JENS UND JAQUELINE REIPEN FEIERN ALS SCHÜTZENKÖNIGSPAAR ZU JÜCHEN IHR FEST

„Eigentlich bin ich ja gar kein echter Jüchener – meine Königin im Gegensatz dazu schon.“ Fast schon entschuldigend beginnt Seine Majestät Jens (39) unser Gespräch bei Kaffee und Kuchen, weist auf seine Holzer Ursprünge hin und lehnt sich zurück. Ja – Gemütlichkeit spielt bei den Reipens eine große Rolle. „Man muss auch mal abschalten und genießen können…“ philosophiert Majestät weiter. Natürlich gehe es auch schon einmal hoch her im Hause Reipen – aber es gehe dann doch immer darum, dass jede Generation auf ihre Weise das Leben genieße. Und deutet auf Prinz Joshua (8), der es sich auf der Couch gemütlich gemacht hat und leidenschaftlich „FIFA“ zockt. „Jo, das macht Spaß,“ lacht Jens Reipen und gibt zu, auch selbst immer mal wieder gerne zu zocken. Prinz Joshua bekommt nicht viel von unserem Gespräch mit – sein Kopfhörer lässt ihn ganz im Video-Spiel um Mannschaften, Tore und Punkte versinken.
Gemütlich mit Freundinnen und Freunden feiern, Gäste zu begrillen – eben nicht schnell abzufüttern, sondern edle Stücke Fleisch in vollen Zügen zu genießen – das ist für das aktuelle Jüchener Königspaar schon eine Art Lebenseinstellung geworden. „Grillen ist etwas sehr Geselliges – deshalb muss für alle immer genug da sein. Sagen wir mal so: Alles unter einem Kilo aufm Smoker ist schlicht nur Beiwerk,“ lacht Jens Reipen – und fügt gleich an: „Und dabei immer schön bodenständig bleiben…“ Jens Reipen ist ein Kind vom Land – das gibt er gerne zu und er lebt das. Mal auf dem Rücken eines Pferdes, oder auf seinem alten „Eicher“ – einem Traktor, den er in liebevoller Kleinarbeit restauriert und zu neuem Glanz verholfen hat. „Das ist für mich ein Highlight: Einfach über die Felder zu tuckeln, sich mit Gleich-gesinnten treffen und über die historischen Schätzchen zu fachsimpeln. Das ist es!“ stellt Majestät fest. Wobei er auch hier seine Haupt-Leidenschaft nicht in den Hintergrund treten lässt: „Schließlich bin ich Schütze durch und durch!“ Ob mit Grüner-Husaren-Uniform und Königskette auf dem „Eicher“ oder beim großen Jüchener Trecker-Treffen: „Da weiß einfach jeder, wo bei mir die Glocken läuten.“ Und so war es auch nicht verwunderlich, dass ihm sein Königszug, die Grünen Husaren II, und seine Jüchener Trecker-Freunde kurzerhand zum letztjährigen Treffen eine ansehnliche Königsresidenz auf das Feld zwischen Bauwagen, Treckern und Wohnmobilen zimmerten.
Überhaupt das gemeinsame, motorisierte Unterwegssein: Jens und Jaqueline Reipen wollten auch hier viele teilhaben lassen. So verwundert es nicht, dass sie für die Auswärtsbesuche und Ausflüge kurzer-hand die „Königliche Kutsche“ kreierten – einen Linienbus, der gleich die ganze Abordnung an Ort und Stelle brachte. Klar, dass vorne auf dem Bus die Anzeige „Jüchener Königspaar SM Jens und IM Jaqueline strahlte, was Passanten oft genug ungläubig lachend zurückließ. Die Auswärtsbesuche wertet das Königspaar übrigens als eines der Highlights der Regentschaft. „Unglaublich, welche und wie viele Kontakte du da knüpfen kannst. Kontakte, aus denen nicht selten vollkommen unerwartet richtig gute Freundschaften geworden sind,“ gibt Königin Jaqueline (41) zu Protokoll.


Trotz aller Bodenständigkeit: Majestät mag es, wenn es um Sport geht, etwas exotischer. Sein Herz schlägt nicht für den benachbarten Bundesliga-Club – sondern für die „Tennesse Titans“, ein US-amerikanisches Football-Team. „Dieser Sport fasziniert mich schon immer. Da bin ich stundenlang am Fern-seher dabei. Und irgendwann sicher auch mal live in den Staaten im Stadion…“
Und wie war das jetzt damit König und Königin von Jüchen zu werden? Angefangen hat es eigentlich schon als Kind: Einmal König sein… Endgültig überzeugt von seiner Berufung zum Jüchener Regenten war Jens Reipen aber 2005, als seine Eltern Hans-Peter und Ulrike Reipen Königspaar zu Jüchen waren. Fun-Fact am Rande: Vor genau 50 Jahren, 1974, waren die Großeltern Willi und Käthe Reipen Königspaar zu Jüchen.
„Damals, als Kind in Holz, war das schon eine tolle Sache – aber das hier in Jüchen sprengte meine Vorstellungskraft,“ so Jens Reipen, der seither von diesem Traum begleitet wurde und seine Verwirklichung systematisch, aber gleichzeitig mit Augenmaß betrieben hat. Jens Reipen’s Schützenkarriere begann in Kindertagen im heimatlichen Holz, nach einem kurzen Gastspiel beim Jüchener Grenadierzug wurde er 2013 zum Mitbegründer der „Grünen Husaren II“ in Jüchen. Fünf Jahre später hielt es Jens Reipen dann nicht mehr – er gesellte sich während des Klompenballs an der Zelttheke zu General und Präsident und machte seine Meldung, Jüchener Schützenkönig werden zu wollen, perfekt. „Seit-dem läuft das Unternehmen, und es läuft viel besser, als wir uns das in unseren kühnsten Träumen jemals haben vorstellen können!“ König und Königin strahlen bei diesem Satz förmlich um die Wette und erzählen davon, wie aus der Sorge, die relativ kleine Zuggemeinschaft der „Grünen Husaren II“ könnte mit diesem Mammut-Projekt überfordert sein, die Gewissheit wurde, dass beide sich da voll-kommen unnötige Sorgen gemacht hatten. „Unfassbar, was die geleistet haben. Und genauso un-glaublich, aus welchen Ecken überall her Hilfe kam und immer wieder neu kommt.“ Da merke man endgültig, welch grandioses Gemeinschaftsunternehmen das Jüchener Schützenfest in jeder Hinsicht sei.
Nun weiß ja auch (fast) jeder um den Beruf des Schützenkönigs: Er führt in fünfter Generation ein Bestattungsunternehmen. „Ursprünglich habe ich in einem Jüchener Betrieb einmal HeizungsInstallateur gelernt. Aber Bestatter zu sein – das ist für mich eine Berufung – wahrscheinlich aus der Familien-tradition heraus.“ Und das gehe mit seinen Hobbies und Leidenschaften sehr gut zusammen: „Das ergänzt sich ausgezeichnet. Und es gibt die wichtigen Ausgleiche – in jeder Richtung.“
Bei soviel Engagement fragt man sich unwillkürlich: Wie bekommt der das unter einen Hut? Jens Rei-pen verrät da gerne sein Rezept: Bienen. Seine aktuell vier Bienenvölker machen zwar auch Arbeit, aber: „Dabei kannst du sehr gut zur Ruhe kommen.“ Über den Sommer werden aus den vier dann fünf bis sechs Völker mit jeweils rund 50.000 Bienen. Und die sammeln einige Kilo „Jüchener Blütenhonig“ – willkommenes Präsent zu vielen Gelegenheiten. „Das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden…“

Auch wenn das Königsspiel viel Spaß und Abwechslung bringt: Gab es auch schon Schwierigkeiten oder gar kleine Katastrophen? „Jo,“ platzt es lachend aus des Königs Mund heraus. „Das war schon heftig, wenn du auf deiner eigenen Kronprinzenparty kornmäßig trockengelegt wirst. Aber man kennt ja den einen oder anderen Gastronomen, der dann nach einem kurzen Schockmoment den Nachschub problemlos sicherte.“ – An diesem Punkt mischt sich Prinzessin Jona (16) ein. Die hat „sowas von Bock auf Schützenfest“ und gibt Mutti’s persönliche, kleine Katastrophe preis: „Frische Blumensträuße haben ja die unangenehme Eigenschaft, möglichst lange im Wasser bleiben zu müssen, damit sie auch lange noch frisch bleiben…“ Die Folge: Es tropft. „Und wenn man dann nicht daran denkt, dass sich untenrum ein sehr ausladendes Prachtstück aus Satin-Festkleid ausbreitet, führt das zu hässlichen Wasserflecken. Und da steht man dann wenige Augenblicke vor dem Krönungs-Festzug voller Panik mit dem Fön im Flur und versucht, diese Unpässlichkeit zu beseitigen…“ Königin Jaqueline kann sich gemeinsam mit ihrer Tochter kaum noch halten vor Lachen bei dieser Erinnerung an den Krönungs-abend.
Auf was können sich die Jücherinnen und Jüchener beim diesjährigen Fest mit S.M. Jens und I.M. Königin Jaqueline besonders freuen? „Auf tolle gemeinsame Festtage…“ Darin sind sich beide einig. „Und so‘n kleines Zückerchen haben wir da auch in unserer Residenz vorbereitet,“ verrät der König. „Ich bin immer schon Fan der Sektbar gewesen. Die gibt es im großen Festzelt leider seit Jahren nicht mehr. Aber in unserer Residenz feiert diese Institution zumindest für ein paar Tage ihre Wieder-Auferstehung!“ Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Und das alles frei nach dem Schlachtruf von Majestäten’s Lieblings-Football-Team: „Titans up!

Gedrängter Terminplan: DAS FESTPROGRAMM AUF EINEN BLICK

FREITAG, 24. MAI 2024
11.00 Uhr Empfang der Kindergartenkinder in der Königsresidenz

SAMSTAG, 25. MAI 2024
14.00 Uhr Böllerschießen der Artillerie
15.30 Uhr Konzert am Seniorenzentrum
16.50 Uhr Antreten des Regimentes auf dem Markt, anschl. stehende Paraden zu Ehren des Präsidenten und des Vorstandes (In den Weiden) und des Schützenkönigs (In den Gärten / Im Bauerfeld)
ca.17.45 Uhr Ökumenischer Gottesdienst, Totenehrung, Großer Zapfenstreich auf dem Friedhof
20.00 Uhr Festball mit der Band „Pink Panta“

SONNTAG, 26. MAI 2024
9.30 Uhr Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus d.Ä.
11.00 Uhr Empfang des Königs für geladene Gäste in der königlichen Residenz
14.40 Uhr Sternzüge zum Alten Markt
15.00 Uhr Historischer Festzug mit Blumen- und Musikparade sowie Königsparade
20.00 Uhr Regimentsabend mit der Band „The Realtones“ und Jubilar-Ehrungen

MONTAG, 27. MAI 2024
15.30 Uhr Klompenzug
16.00 Uhr Klompenball mit DJ „Domic“ und Prämierung der besten Klompen

DIENSTAG, 28. MAI 2024
18.00 Uhr Sternzüge zum Alten Markt
18.15 Uhr Historischer Festzug mit Blumen- und Musikparade sowie Königsparade
20.00 Uhr Krönungsball mit der Band „Soundconvoy“

GROßE FESTZÜGE SIND DIE HÖHEPUNKTE
Ein Schützenfest lebt von den glanzvollen Aufzügen des Regiments. Wir stellen im Folgenden die genaue Zugfolge des großen historischen Festzuges am Sonntag vor:

  1. Malteser-Hilfsdienst
  2. Radfahrgruppe
  3. Sappeure
  4. Regimentsfahne
  5. Regimentsführung
  6. Pionierzug
  7. Grenadierzug „Junge Garde“
  8. Bundestambourcorps 1911 Königshoven
  9. Jägerkapelle Hochneukirch
  10. Kaiserjäger
  11. Marine II
  12. Preußens Gloria
  13. Regimentsgarde
  14. Weiße Husaren
  15. Garde-Infanterie
  16. Trommler- und Pfeifercorps Gerderath
  17. Musikverein St. Josef Horst
  18. Weiße Husaren II
  19. Königsschützen
  20. Kaiserschützen
  21. Kaiserschützen II
  22. Kaisergarde
  23. Kaisergarde II
  24. Regimentsgarde
  25. Gardezug „Waidmannsheil 2023“
  26. Jägerzug „Auerhähne“
  27. Tambourcorps „In Treue fest“ Anstel
  28. Nettesheimer Blechbläser
  29. Edelknaben
  30. Jungschützen
  31. S.M. Jens , I.M. Königin Jaqueline, Adjutant I.M.
  32. Minister
  33. Gäste
  34. Grüne Husaren II
  35. Blaue Husaren
  36. Blaue Husaren II
  37. Schwarze Husaren
  38. Stadtgarde
  39. Tambourcorps Elsen-Fürth
  40. Instrumentalverein Effeld
  41. Marine I
  42. Gardezug
  43. Grenadierzug
  44. Grüne Husaren
  45. Infanterie „Kaiser Wilhelm“
  46. Schützengarde „Friedrich der Große“
  47. Wallenstein
  48. Jägerzug Heimattreue II
  49. Tambourcorps Neuss-Furth
  50. Instrumentalverein Hilfarth
  51. Gardezug „Jööcher Boschte“
  52. Jägerzug „Edelweiß“
  53. Jägerzug „St. Jakobus“
  54. Jägerzug „Viktoria“
  55. Gardejäger
  56. Königsjäger
  57. Artilleriezug 2023
  58. Artilleriezug
  59. Zugende – Abschirmung
    Insgesamt bewegen sich rund 450 aktive Schützen in 42 Jüchener Schützenzügen durch die Straßen. Angeführt werden die Züge von einer Radfahrgruppe mit etwa 50 Kindern; musikalisch begleiten die Schützen über 200 Musiker in fünf Musikgruppen.
    Der Festzug wird mit einer glanzvollen Musik- und Königsparade auf dem Marktplatz abgeschlossen.

ZUGWEGE 2024
SAMSTAG, 25. MAI 2024, 17.00 UHR
Busspur am Markt – Kreisverkehr – Markt – Kölner Straße – In den Weiden (Meldung an den Präsidenten, stehende Parade zu Ehren des Präsidenten und des Vorstands) – In den Weiden – Amselstraße – Stadionstraße – Valderweg – Weyerstraße – Im Bauerfeld – (Halt Höhe In den Gärten/Im Bauerfeld) – (Meldung an S.M. Jens, stehende Parade zu Ehren des Schützen-königs) – Im Bauerfeld – Stadionstraße – Kölner Straße – Buschgasse – Friedhof (dort Ökume-nischer Gottesdienst, Totenehrung und Großer Zapfenstreich) – Buschgasse – Kölner Straße – Odenkirchener Straße – Alleestraße – Festzelt am Haus Katz.

SONNTAG, 26. MAI 2024, 15.00 UHR
Die vier Sternzüge treffen auf dem Markt ein, wo sich dann das Regiment aufstellt.
Busspur am Markt – Kreisverkehr – Markt – Stadionstraße – Im Bauerfeld – (Halt Höhe In den Gärten) – (Meldung an S.M. Jens, stehende Parade zu Ehren des Schützenkönigs) – Im Bauerfeld – Weyerstraße – Valderweg – Stadionstraße – Kölner Straße – Birkenstraße – Friedhofstraße – Kölner Straße – Markt – Wilhelmstraße – Langstegerweg – Kasterstraße – Markt (dort Musik- und Königsparade) Markt – Odenkirchener Straße – Alleestraße – Festzelt am Haus Katz.

MONTAG, 27. MAI 2024, 15.30 UHR
In den Gärten – Stadionstraße – Markt, (dort reihen sich die am Klompenzug beteiligten Schützenzüge und Gruppierungen ein) Odenkirchener Straße – Alleestraße – Festzelt am Haus Katz.

DIENSTAG, 28. MAI 2024, 18.15 UHR
Die vier Sternzüge treffen auf dem Markt ein. Das Regiment stellt sich auf der Wilhelmstraße auf.
Markt – Kreisverkehr – Markt – Stadionstraße – Im Bauerfeld (Halt Höhe In den Gärten) – (Mel-dung an S.M. Jens, stehende Parade zu Ehren des Schützenkönigs) Im Bauerfeld – Weyer-straße – Odenkirchener Straße – Steinstraße – Römerstraße – Wilhelmstraße – Jülicher Straße – Langstegerweg – Kasterstraße – Markt (dort Musik- und Königsparade) Markt – Odenkirchener Straße – Alleestraße – Festzelt am Haus Katz.

Auch in diesem Jahr gibt es zahlreiche Jubilare, die der Bürgerschützen- und Heimatverein ehren wird: 17 Schützen und drei Schützenzüge stehen auf der Liste. Die Ehrungen erfolgen während des Regimentsabends, der auch der Abend der Zugkönige und Jubilare ist, am Sonn-tag, 26. Mai 2024, ab 20 Uhr im Festzelt. Zwei besondere Ehrungen werden dabei sein: Mit Hubert Caspers und Hans Hubert Krack feiern zwei langjährige Schützen ihre 70-jährige Mitgliedschaft – ein sehr seltenes Jubiläum.

Jubilare 2024
25 Jahre
Hermann Aretz (Artilleriezug)
Rolf Erke (Artilleriezug)
Markus Finken (Grenadierzug „Junge Garde“)
Jochen Keulertz (Grenadierzug „Junge Garde“)
Marc Reipen (Grenadierzug „Junge Garde“)
Christian Wirtz (Grenadierzug „Junge Garde“)

40 Jahre
Stefan Schwier (Kaiserschützen)
Winfried Löbig (Marine II)
Alexander Caspers (ehem. Blaue Husaren)
Hans-Georg Offermann (ehem. Marine II)

50 Jahre
Norbert Dierkes (Weiße Husaren)
Hans-Reiner Jagdfeld (Weiße Husaren)
Heinz Willi Bolzen (Weiße Husaren)
Heinz-Gerd Klein (Kaiserjäger)
Erich Beulen (ehem. Gardezug Waidmannsheil)
Wallenstein

60 Jahre
Gardezug

70 Jahre
Hans Hubert Krack (ehem. Schwarze Husaren)
Hubert Caspers (ehem. Schwarze Husaren)
Schwarze Husaren

100 Jahre
Artilleriezug

EIN FEST VOLLER MUSIK
Jüchen wird während der Schützenfesttage in eine ganze Wolke voller Musik gehüllt. Und das bezieht sich nicht nur auf die zehn Corps und Kapellen, die musizierend mit den Festzügen durch die Straßen ziehen. Auch im Festzelt und beim Festgottesdienst in der Jakobuskirche ziehen die Schützen alle Register, wenn es um eine angemessene, hochwertige musikalische Begleitung geht. Hier die Einzelheiten, zusammengestellt vom Musikbeauftragten des BSHV Jüchen, Vizepräsident Jens Jagdfeld:
Premiere am Samstag im Festzelt:
„PINK PANTA“ – FETZIGE MUSIK AUS DER EIFEL
Erstmals im Jüchener Zelt sind „PINK PANTA“ zu Gast. Laura, Muri, Julia, Matti und Marcel sind die fünf Wahnsinnigen, die die große Regimentsparty am Samstag rocken werden. Im Raum Köln/Eifel schon eine feste Größe, trauen sie sich jetzt auch zu uns
„THE REALTONES“ ROCKEN AM SONNTAG DAS ZELT
Warum eifert man morgens bloß dem vorigen Abend so nach? Was war das Besondere? Zu-meist ist die Musik das gewisse „Etwas“, das jeder Veranstaltung ihren einzigartigen Charakter verleiht. Ob haarsträubende Rockklassiker, anmutige Balladen, oder einfach nur Musik zum Abtanzen… „The RealTones“ bieten genau das! Die Musiker um Sängerin Katrin und Sänger Stefan widmen sich in ihren Live-Shows einer verantwortungsvollen Aufgabe, die ihnen größte Freude bereitet: Auf Nachfrage von Vizepräsident Jens Jagdfeld erklären sie: „Wir möchten dem Publikum eine authentische und energiegeladene Show liefern, die Euch noch lange in guter Erinnerung bleibt“.
Festlicher Auftakt am Sonntagmorgen:
CHOR SINGT CALLAERTS-MESSE IM FESTGOTTESDIENST
Traditionell wird der Festgottesdienst anlässlich des Jüchener Schützenfestes am Sonntag um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakobus eine besonders musikalische Gestaltung erfahren. Die Kirchenchorgemeinschaft Hochneukirch-Jüchen-Otzenrath führt die Messe op. 24 des flämischen Komponisten Josef Callaerts (1810-1890) auf. Die musikalische Leitung hat Kirchenmusiker Wilhelm Junker.
Wilhelm Junker leitet den Festgottesdienst mit einer furiosen Orgel-Fanfare zum Einzug des Königspaares ein; am Ende setzt er mit dem „Halleluja“-Präludium in D-Dur des Österreichers Franz Schmidt (1874-1939) einen hörenswerten, grandiosen Schlusspunkt.
Tollhaus am Montag:
DJ DOMIC ROCKT DEN KLOMPENBALL
Mit DJ DOMIC haben die Jüchener Schützen für den Klompenball am Montag (27. Mai) einen bewährten Kracher verpflichten können. „Klompenbälle wie 2016, 2019 und 2022 gab es in Jüchen noch nicht. Das schreit nach erneuter Wiederholung – und Domic ist unserem Ruf wie-der gerne gefolgt!“ Präsident Thomas Lindgens erinnert sich immer wieder gerne an dessen Auftritte in Jüchen
Bewährt zum Krönungsball:
„SOUNDCONVOY“ SETZT DEM SCHÜTZENFEST ZUM ABSCHLUSS DIE KRONE AUF
Sieben professionelle Musiker und eine Superstimme „an der Front“ bilden die Partyband „SOUNDCONVOY“. Nach 30 Jahren und mehr als 3500 Auftritten wissen die Musiker von „SOUNDCONVOY“ genau, worauf es bei einem Top – Event ankommt.

Jugendschutz, Nichtraucherschutz und Cannabis-Verbot:
UNAUFGEREGTE SICHERHEIT WIRD GROßGESCHRIEBEN
Beim Jugendschutz werden auch in diesem Jahr wieder die klaren gesetzlichen Vorgaben durchgesetzt: Für Jugendliche unter 16 Jahren bleiben die Abendveranstaltungen im Festzelt auf dem Platz am Haus Katz gänzlich tabu, Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren müssen ihren Ausweis an der Kasse hinterlegen. Um Mitternacht werden anhand der noch vorhandenen Ausweise diejenigen im Zelt vom Security-Team aufgesucht, die aus der Altersgruppe 16-18 Jahre noch anwesend sind und aufgefordert, mit ihrem Ausweis das Festzelt zu verlassen. Nutzt auch das nichts, werden die verbliebenen Ausweise der Polizei übergeben, die dann entsprechende Maßnahmen ergreifen wird. Unterstützt wird das Sicherheits-Konzept im Fest-zelt durch ein professionelles Security-Team, das seit Jahren in diesem Job bewährt ist.
Ein eigenes Thema sind die als „Mutti-Zettel“ bekannten „Erziehungs-Beauftragungen“. Dazu Sabine Rosenthal-Außem, Leiterin des Kommissariates „Vorbeugung“ der Polizei im Rhein-Kreis Neuss: „Der Jugendschutz ist gerade bei Schützenfesten ein schwieriges Kapitel. Da greift man schnell zu den Formularen aus dem Internet, mit dem eine erwachsene Person „er-ziehungsbeauftragt“ wird und Jugendlichen unter 18 Jahren auch nach Mitternacht den Aufenthalt dort ermöglichen soll. Ich kann nur dringend dazu raten, sich genau zu informieren, bevor man als Eltern eine solche Beauftragung ‚mal eben schnell‘ unterschreibt!“
Ein sicheres, erprobtes Exemplar der „Erziehungs-Beauftragung“ stellt der BSHV übrigens auf seinem Schützenfest-Portal unter der Rubrik „Jugendschutz“ als Download zur Verfügung. Dort gibt es auch genaue Informationen zu diesem Verfahren.
Zur Selbstverständlichkeit ist der Nichtraucherschutz für die Schützen geworden. Auch im Jüchener Festzelt ist das so. So wird es vor dem Zelteingang eine überdachte, aber offene Fläche für Raucher geben. Solche Lösungen werden seit Jahren bei den großen Volksfesten in Süd-deutschland mit Erfolg praktiziert – und auch in Jüchen gibt es diese „Raucher-Lounge“, die gerne von den Rauchern in Anspruch genommen wird.
Ein neues Gebiet in Sachen Sicherheit und Jugendschutz ist, der seit dem 01. April gestattete Konsum von Cannabis. Doch gerade hier gibt es für den Jüchener Kirmesplatz bereits klare Regeln, die gar nicht erst eigens beschlossen werden müssen. Die Jüchener Stadtverwaltung erläutert das: „Unmittelbar an den Festplatz grenzen zwei Kindertagesstätten und eine Jugendeinrichtung. Nach dem neuen Gesetz ist der Konsum in Sichtweite dieser Einrichtungen verboten. Damit ist Cannabis auf dem Jüchener Festplatz automatisch ein absolutes Tabu.“ Zudem gebe es ja auch Fahrgeschäfte auf dem Kirmesplatz, die in erster Linie von Kindern besucht werden.

SPLITTER UND HIGHLIGHTS 2024
Mit ihrer turnusmäßigen Generalversammlung starteten die Jüchener Schützen am Samstag, 27. April, in die „heiße Phase“ vor dem großen Schützenfest vom 24.-28. Mai 2024. Auch in diesem Jahr mussten die Schützen in die Garzweiler Peter-Giesen-Halle ausweichen.
Ein nicht zu unterschätzendes Problem hatte das Team um Regiments-Schießwart Roland Weyer zu lösen: „Auf dem Schießstand in der Peter-Giesen-Halle können wir aus technischen Gründen unser traditionelles Königsschießen nicht durchführen. Unser eigener Schießstand im Zentrum von Jüchen ist aber zu weit entfernt – das wäre auch nicht gegangen.“ So hatte Weyer ein Konzept entwickelt, nachdem das eigentliche Königsschießen schon am vorangegangenen Wochenende mit 25 Mannschaften aus 23 Schützenzügen auf dem BSHV-Schieß-stand an der Rektor-Thoma Straße stattgefunden hatte. „Lediglich ein eventuell notwendiges Stechen hätten wir dann noch am Tag der Generalversammlung durchführen müssen.“ Doch das wurde, wie sich herausstellte, nicht mehr nötig. Die Schießergebnisse, vor allem das Sieg-Ergebnis, blieben eine Woche lang unter Verschluss und wurden am Samstag Präsident Thomas Lindgens in einem verschlossenen Umschlag übergeben.
So trat Präsident Thomas Lindgens vor die über 200 in der Halle versammelten Schützen und führte locker durch die Tagesordnung, die mit dem Punkt „Beitragserhöhung“ einen wichtigen Bestandteil hatte. „Wir müssen in diese Richtung agieren – sonst ist die Finanzierung unseres Festes schon in wenigen Jahren in Gefahr,“ hatte Schatzmeister Kurt Leines schon im Vorfeld gewarnt. Nach einem intensiven Beratungsprozess, unterfüttert mit umfangreichem Daten-Material, hatten sich die Schützenzüge und die Offiziere schon im Vorfeld für einen Vor-schlag der Schatzmeisterei ausgesprochen. So konnte Präsident Lindgens beruhigt diesen Vorschlag auch als Antrag des Vorstandes in die Generalversammlung einbringen. Der Normal-Beitrag steigt zum 01. Januar 2025 auf 130 € pro Jahr.
Neben nachdenklichen und mahnenden Worten zum Thema „Engagement für den Verein“ stellte Thomas Lindgens einige positive Beispiele dafür heraus: in den Bereichen Jugendabteilung, Erstellung der Festschrift „Schützen-Postille“ und Verwaltung und Neu-Konzeptionierung der städtischen Grillhütte werde Herausragendes geleistet. „Da sieht man – gemeinsam bringen wir den Verein nach vorne. Das geht aber nur, wenn sich alle nach ihren Möglichkeiten beteiligen,“ rief der Präsident den versammelten Schützen zu.
Schatzmeister Kurt Leines breitete souverän sein umfangreiches Zahlenwerk aus und erläuterte das vergangene Geschäftsjahr, aus dem der BSHV mit einem Verlust hervorgegangen ist. „Das ist jetzt keine Katastrophe – aber wir müssen einfach die galoppierenden Kosten bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen zur Kenntnis nehmen,“ mahnte Leines und begrüßte ausdrücklich die mit überwältigender Mehrheit beschlossene Beitragserhöhung.
Regimentskommandeur General Robert Wirtz stellte den 20-seitigen Regimentsbefehl für das anstehende Schützenfest vor, der alle wichtigen Informationen zum bevorstehenden Fest enthält.
Zum Ende der Generalversammlung öffnete Präsident Lindgens dann den Umschlag mit den siegreichen Mannschaften beim Königsschießen. Unter großem Jubel verkündete er die Mannschaft der Königsjäger als souveräne Sieger des spannenden Wettbewerbs.
Gleich im Anschluss bat er den Schützen Jörg Zitzen von Infanterie „Kaiser Wilhelm“ auf die Bühne. Unter dem Jubel der anwesenden Schützen fragte der Präsident den 50-Jährigen, ob er bereit sei, das Königsamt, für das er sich beworben habe, auch zu übernehmen. Nach einem lauten und deutlichen „Ja, von ganzem Herzen!“ kannte der Jubel der Schützen in der Halle keine Grenzen mehr, Thomas Lindgens setzte Jörg Zitzen den lorbeergeschmückten Kronprinzenhut auf und erklärte ihn unter den Klängen des Preußischen Präsentiermarsches zum Schützenkönig für das übernächste Schützenfest 2025. Um 20.47 Uhr tat dann auch die Kanone der Artillerie mit drei lautstarken Schüssen der ganzen Stadt die frohe Botschaft vom neuen Kronprinzen kund. Die Jägerkapelle Hochneukirch spielte dann zum Ausklang und machte mit zünftiger Blasmusik in großer Besetzung viel Lust auf das kommende Schützen-fest.
Jörg Zitzen wird am Schützenfest-Dienstag zusammen mit seiner Frau Anne gekrönt. „Ein Kindheitstraum wird wahr!“ so der frischgebackene Kronprinz.


Auch die Kleinsten werden schon in das heimatliche Brauchtum eingeführt und sind voller Begeisterung dabei: Anfang Mai wurde standesgemäß schon ein Maibaum an der katholischen Kindertagesstätte „Unserer Lieben Frau“ errichtet. Nun fiebern die Kinder nun „ihrem“ Schützenfest entgegen. Am 17. Mai wird der Vogel „geworfen“. Mehrere Bewerber stehen für das Königsamt im Kindergarten bereit. Höhepunkt ist der Festzug am Freitag, 24. Mai: Das ganze Kindergarten-Regiment marschiert durch Jüchen und stattet dem Seniorenzentrum Haus Maria Frieden und dem „richtigen“ Königspaar einen Besuch ab. Klar, dass es neben süßen Überraschungen von Jens und Jaqueline Reipen auch eine Parade vor den großen und
kleinen Majestäten gibt. „In Jüchen herrscht zum Schützenfest der Ausnahmezustand, und da muss der Kindergarten natürlich mitziehen. Das macht allen einen Riesenspaß!“ freut sich Ast-rid Robert, Leiterin der Kindertagesstätte. Die ganze Woche vor dem großen Schützenfest ist jetzt schon fest verplant mit dem Schmücken des Kindergartens und dem Basteln von Uniformen und eigenen Königsorden.


Der Schützenfestsamstag beginnt eher besinnlich: Nach dem Böllerschießen des Artilleriezuges, der das Schützenfest traditionell eröffnet, gibt der Instrumentalverein Hilfarth gemeinsam mit dem Tambourcorps Neuss-Furth am Seniorenzentrum Haus Maria Frieden ein Platzkonzert. Seit über 30 Jahren besteht die schöne Tradition, zu der auch Königspaar, Königszug und Vorstand dem Seniorenzentrum einen Besuch abstatten. Der Bürgerschützen- und Heimatverein bringt mit diesem Nachmittagsprogramm seine Verbundenheit auch zu den älteren Mitbürgern zum Ausdruck. Viele der Hausbewohner bzw. deren Ehegatten marschierten selbst einmal aktiv in den Reihen der Jüchener Schützen mit.


In großem Rahmen findet am frühen Samstagabend der Ökumenische Gottesdienst am Ehrenmal auf dem Friedhof statt. Dieser Gottesdienst, findet bereits zum 49. Mal statt. Es schließen sich die Totenehrung mit Kranzniederlegung sowie der Große Zapfenstreich an, der in diesem Jahr vom Bundestambourcorps Königshoven und dem Musikverein St. Josef Horst bestritten wird.


Kultstatus hat das Einschießen des Festes durch die Artillerie. In früheren Zeiten war es das untrügliche Zeichen auch für die Nachbardörfer, dass nun das Fest beginnt. Und auch heute noch warten ganze Schützenzüge auf dieses Startsignal, das punkt Glockenschlag 14 Uhr an jedem Schützenfestsamstag durch die Artillerie erfolgt. 80 Gramm Schwarzpulver füllen die geprüften Schießmeister des ältesten Jüchener Schützenzuges in die Kartuschen, die dann in das historische Geschütz verbracht werden. Unter fachgerechter Aufsicht werden 21 Schuss abgegeben. Speziell eingeladen zu dieser Fest-Eröffnung sind traditionell die Edelknaben, die dazu aus Sicherheitsgründen allesamt mit einem entsprechenden Gehörschutz ausgerüstet werden.


Viele fragen sich, warum zu feierlichen Anlässen 21 Schuss Ehrensalut mit Kanonen abgegeben werden. Der Ursprung dieses Brauchs, der auch den Beginn des Jüchener Schützenfestes markiert, hat seinen ernst-praktischen Ursprung in der Kriegsschifffahrt des 14. Jahrhunderts. In der Regel waren die Kriegsschiffe alter Prägung mit 21 Vorderlader-Kanonen ausgestattet (zehn Backbord, zehn Steuerbord, eine auf dem Bug vorne am Schiff). Diese Kanonen waren (weil als Vorderlader sehr langwierig in der Ladung) auf Kriegsfahrten beständig scharf geladen, damit sie im Ernstfall schnell abgefeuert werden konnten. Das war gefährlich, aber not-wendig. Lief nun ein solches Kriegsschiff einen befreundeten Hafen an, war das Schiff als Ganzes eine riesige, schwimmende Bombe. Um die Gefahr einer unkontrollierten Explosion und somit einer Katastrophe in einem Hafen zu vermeiden, wurden auf der Reede vor dem Einlaufen alle Geschütze abgefeuert – 21 Stück an der Zahl. Damit entschärfte man die Situation und kündigte so seine friedliche Einlauf-Absicht an. Erst nach dem Abfeuern aller Geschütze wurde der Einlauf in den Hafen genehmigt. Das Abfeuern der Geschütze wurde auch als Gruß („Salut“) dem jeweiligen Herrscher und der Bevölkerung gegenüber interpretiert.
Die Jüchener Artillerie benutzt eine Hinterlader-Kanone, die mit Kartuschen beschickt wird. Nach einem Schuss wird nur die Kartusche ausgetauscht und durch eine neue, bereits vorher mit Schwarzpulver befüllte ersetzt – der nächste Schuss erfolgt. So können mit einem Geschütz alle 21 Salutschüsse gefahrlos abgegeben werden. Am Tower von London etwa wird bis heute mit Vorderlader-Kanonen gearbeitet: So steht dort für jeden Salut-Schuss für das britische Königshaus eine eigene Kanone zur Verfügung, weil die Kanonen sich bauartbedingt beim Schuss stark erhitzen und mehrere Schüsse in kurzem Abstand für die Kanoniere lebensgefährlich wären. So ist es nicht verwunderlich, dass es immer wieder bis in die Gegenwart hin-ein zu schweren Unfällen mit Vorderlader-Kanonen nach solcher unsachgemäßen Nutzung kommt. „So etwas gäbe es bei uns nicht. Wir unterliegen strengsten Vorschriften, an die wir uns auch ganz penibel halten,“ betont Jüchens Artillerie-Batteriechef Oberstleutnant Hans-Josef („Juppi“) Zoeller. So ist es selbstverständlich, dass sich die Jüchener Artilleristen regel-mäßig mit ihrem Geschütz auf den Weg zu strengen Sicherheits-Überprüfungen durch den TÜV machen und entsprechende Zertifikate und Schieß-Genehmigungen vorweisen können.


Der Sonntagmorgen steht ganz im Zeichen der Gottesdienste der beiden Kirchen. Um 9.30 Uhr beginnt der Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus d.Ä.. Hier treffen sich die Fahnen-abordnungen, Edelknaben und Jungschützen und geleiten in einer großen Prozession das Königspaar S.M. Jens und I.M. Königin Jaqueline an ihre Plätze in der Jakobuskirche. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes liegt in den Händen von Wilhelm Junker; unter seiner Leitung singt die Kirchenchor-Gemeinschaft Hochneukirch-Jüchen-Otzenrath, begleitet von der Orgel, die Missa op. 24 von Josef Callaerts.


Ein bunter Tupfer im Festprogramm ist alljährlich der Klompenzug, der sich am Montagnach-mittag zu den Klängen des Tambourcorps durch die Straßen des Ortes schlängelt. In oft wochenlanger Kleinarbeit wurden die Holzschuhe, die „Klompen“, von fleißigen Händen dekoriert, phantasievoll und meist mit humorvollem Hintergrund. Oft werden auch ganz aktuelle Themen aufgegriffen. Fast 500 Teilnehmer aus über 25 Schützenzügen wetteifern um die aus-gelobten Preise für die schönsten Klompen im Regiment. Für eine Riesenstimmung sorgt an diesem Nachmittag im Festzelt DJ „Domic“ – und das heißt ganz klar: Party-Eskalation total.


Den musikalischen Höhepunkt, gleichzeitig auch die prächtigsten Vorbeimärsche des ganzen Festes stellen die beiden „Blumen- und Musikparaden“ am Sonntag und Dienstag dar. Zu Beginn der großen Königsparaden auf dem Marktplatz formieren sich dazu neben allen Fahnen- und Standartenträgern auch alle „Hönesse“ (Träger der prächtig gesteckten Blumenhörner) sowie vier Musikkapellen und vier Tambourcorps der Regimentsmusik zu einem großen Marschblock. Unter der Führung eines Tambourmajors marschieren über 200 Musikanten und Spielleute an der Ehrenbühne vorbei und drehen eine Ehrenrunde um die Majestäten und ihre Ehrengäste. Diese sehen sich von einer gewaltigen Musikwolke eingehüllt – sie stehen sozusagen „mitten in der Musik“ und lassen sich vom Können der Marschierer begeistern. Ge-spannt warten dann alle Zuschauer auf das „Abreißen“. Auf ein Kommando des führenden Tambourmajors hin müssen dabei alle Musikanten auf einen Schlag ihr Spiel beenden. Gelingt dieses schwierige Unterfangen, ist den Musikern großer Szenenapplaus sicher.


Alle musikalischen Fäden des Jüchener Schützenfestes laufen bei Vize-Präsident Jens Jagd-feld zusammen. Als Musikbeauftragter des BSHV ist er dafür zuständig, sowohl die Musik in den Festzügen als auch im Festzelt vorzubereiten und zu koordinieren. „In Vorbereitung des diesjährigen Schützenfestes hatte ich Verträge mit insgesamt 14 musikalischen Gruppen zu schließen – das macht man nicht einfach mal so nebenbei,“ berichtet Jagdfeld. Da gehe es selten nur um eine Unterschrift. Die teils jahrelangen Beziehungen zu Musikkapellen, Tambourcorps, DJ’s und Bands wollen gepflegt werden. „Ich weiß gar nicht, wieviele Stunden ich in Sachen Musik telefoniert habe,“ lacht der Vize-Präsident. Aber aus manchen Kontakten seien eben auch Freundschaften geworden. Wiederbelebt haben Jagdfeld und Regimentsadjutant Marc Reipen in diesem Jahr das „Musiktreffen“, eine Versammlung der Tambour-Majore und Kapellmeister im Vorfeld des Schützenfestes. „Es ist einfach wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben und beständig an Verbesserungen zu arbeiten,“ betont Marc Reipen. Nach außen sehe es aus, als sei doch alles wie immer – doch: „Kein Jahr ist wie das andere, es gibt immer etwas zu verbessern!“ So könnten gemachte Fehler korrigiert und auch aktuelle
Entwicklungen zur Sprache gebracht werden. „Und in der Musikszene tut sich immer sehr viel, da ist echt Bewegung drin,“ pflichtet Jens Jagdfeld bei. Mit Sorge beobachten Regimentsadjutant und Vize-Präsident einen starken Rückgang gerade bei Tambourcorps und Musikkapellen. „Die Corona-Krise war ein dramatischer Einschnitt – das bekommen wir seither auch in Jüchen zu spüren,“ stellt Jens Jagdfeld fest. Und Marc Reipen ergänzt: „Wenn ich unsere Vorgänger höre, bei denen sich die Musikgruppen um die Wette beworben haben, dann ist das heute genau umgekehrt…“ „Ja,“ ergänzt der Musikbeauftragte, „das ist wirklich so. Da brauchst du schon gute Überredungskünste und vor allem gute und gepflegte Beziehungen, damit Engagements für die Festzüge zustande kommen.“ Aber bis jetzt habe das immer noch zur Zufriedenheit des Regimentes wie zur Begeisterung von tausenden Zuschauerinnen und Zuschauern an den Zugwegen geklappt.


Seit Anfang Mai gab es schon einen regelrechten Countdown am Jüchener Ortseingang. Ein riesiges Banner weisen seitdem auf das Schützenfest hin. Darauf rote Hinweisschilder: Noch vier Wochen… noch drei Wochen… noch zwei Wochen… Die Gerätewarte Dirk Genenger und Niklas Deußen haben samstäglich die Hinweisschilder gewechselt. „Da steigt automatisch die Vorfreude auf das große Fest!“ sagt BSHV-Gerätewart Dirk Genenger, der nun viermal diese „Austausch-Tour“ absolviert hat.


Ein Schützenfest wie das Jüchener erfordert akribische Planungen. Und die wollen auch kommuniziert werden. So haben Regimentskommandeur General Robert Wirtz und Regimentsadjutant Major Marc Reipen einen entsprechenden Regimentsbefehl verfasst. Auf zwanzig Seiten ist alles festgehalten, was für den ordnungsgemäßen und disziplinierten Ablauf der Fest-veranstaltungen wichtig ist. Anlässlich der Generalversammlung der Schützen wurde der Regimentsbefehl an die einzelnen Zugführer herausgegeben. „Professionell gedruckt und in Farbe – das macht schon etwas her,“ so Marc Reipen nicht ohne Stolz. Das Heft bietet auch die Grundlage für die berüchtigten Spießbücher in den Zügen. Darin verzeichnet der Spieß alle Vergehen, die nach dem Schützenfest mit gestrengen Strafen geahndet werden. Auch hier geht das Regiment mit der Zeit, so Marc Reipen: „Als .pdf-Datei passt das Teil auf jedes Handy. Es gibt also keine Ausrede mehr, den Regimentsbefehl nicht am Mann zu tragen…“


Sie stellen eine der Spezialitäten der großen historischen Festzüge in Jüchen dar: Die sogenannten Sternzüge am Sonntag und am Dienstag. An verschiedenen Punkten finden sich dazu die einzelnen Zugblöcke ein, um dann in Richtung Markt zu ziehen. Fünf Sternzüge ziehen
dann in Richtung Ortsmitte. Das Timing ist dabei so gewählt, dass die Sternzüge fast zeit-gleich mit klingendem Spiel im Jüchener Herzen eintreffen. Für die zahlreichen Besucher auf dem Markt Jahr für Jahr ein faszinierendes und überwältigendes Schauspiel: War der Platz gerade eben noch still und ohne Uniformierte, so befinden sich innerhalb von drei Minuten plötzlich rund 600 Marschierer dort und bilden auf dem Platz ein rauschendes Bild aus Farbe und Musik. Für Kommandeur General Robert Wirtz auch eine logistische Hilfestellung: „So haben wir die einzelnen Blocks schon vorsortiert – und die Schützen sind warm marschiert. Das ist ein wichtiger Vorteil dieser Einrichtung.“


Die Jüchener Schützen müssen auch gut zu Fuß sein. Neben den Wegen zu den offiziellen Antretepunkten für die Festzüge kommen bei den Zügen selbst auch noch einige Kilometerchen zusammen: Insgesamt müssen die Schützen an den Festtagen rund 10,2 km unter Führung von Regimentskommandeur General Robert Wirtz und Regimentsadjutant Major Marc Reipen zurücklegen. Am Samstag sind dies 2,5 km, am Sonntag 3,9 km, am Montag 1,1 km und am Dienstag 2,7 km. Und da das Ganze auch schon einmal etwas anstrengend werden kann, helfen aufmerksame Anwohner immer schon einmal gerne mit einer kühlen Erfrischung am Zugwegrand aus.


Im wahrsten Sinne des Wortes „krönender Abschluss“ des Heimatfestes wird der Dienstag-abend sein, an dem die Krönung des Königspaares für das Schützenfest 2025 stattfinden wird. Während des traditionellen Krönungsballes im Festzelt wird Präsident Thomas Lindgens die Krönung vornehmen. Während sich die neue Königin Anne Zitzen mit einem glitzernden Krönchen begnügen muss, erhält der künftige Regent Jörg das große, historische Königssilber des Bürgerschützen- und Heimatvereins. An diesem Abend muss das gut 450 Mann starke Regiment gleich zu zwei stehenden Paraden im Festzelt antreten. Mit der einen verabschieden sich die Schützen vom scheidenden König, die andere dient der Begrüßung des neuen Regen-ten. Den entsprechenden festlich-musikalischen Rahmen zu dieser Zeremonie liefert die Band „Soundconvoy“.


Jedes Schützenfest ist immer auch Anlass zu einem Rückblick. Wer war eigentlich vor Jahren Schützenkönigspaar in Jüchen? Vor zehn Jahren bekleideten Kurt und Ute Leines dieses Amt; vor 20 Jahren Klaus und Claudia Wawer; vor 25 Jahren waren es Hans-Josef („Juppi“) und Elke Zoeller, vor 50 Jahren Wilhelm und Käthe Reipen, vor 70 Jahren Heinrich und Gertrud Holz und vor 90 Jahren Heinrich und Clementine Gerresheim.


Alle Informationen rund um das Jüchener Schützenfest gibt es auch im Internet: Über die Homepage www.bshv-juechen.de ist das aktuelle „Schützenfest-Portal“ zu erreichen, das An-fang Mai freigeschaltet wurde. Verantwortlich für die Homepage der Jüchener Schützen zeichnet Marc Lónyai (Sappeurzug). Er pflegt die Seite und sammelt alle Informationen rund um Fest und Verein. Auch im sozialen Netzwerk facebook sind die Jüchener Schützen vertreten.


Nachwuchsarbeit wird seit vielen Jahren im BSHV Jüchen großgeschrieben. Die Jugendoffiziere Mario Rasch (Schwarze Husaren) und Michael Spartmann (Schwarze Husaren) haben gemeinsam mit Betreuerin Sofia Krall die Truppe im Griff und machen mit der Schützenjugend ein tolles Programm. So gab es etwa im Sommer vergangenen Jahres erstmals ein „Schützenjugend-Camp“ auf dem Pfadfinder-Zeltplatz in Otzenrath, das zu einem großen Erfolg wurde.
Ende März trafen sich die Nachwuchsschützen bereits auf dem Vereins-Schießstand an der Rektor-Thoma Straße und haben mit Unterstützung von Regiments-Schießwart Roland Weyer (Gardejäger) ihren König ausgeschossen.
Die 23-köpfige Schützenjugend wird in diesem Jahr von Timo Ritz als Zugführer angeführt. Joshua Reipen ist Zugkönig der Schützenjugend. Außerdem nimmt dieser als Sohn und Prinz Seiner Majestät, Schützenkönig Jens, natürlich zahlreiche besondere Aufgaben wahr. Die Standarte der Schützenjugend trägt voller Stolz Mika Stein; Luke Broisch ist Spieß.


Alle Hände voll zu tun hat vor den Schützenfesttagen der neue Gerätewart des Bürgerschützen- und Heimatvereins, Dirk Genenger mit seinem Stellvertreter Niklas Deußen. Neben den vielen tausend Kleinigkeiten sind die beiden auch verantwortlich für die Verteilung des Fahnen- und Wimpelketten-Schmucks in ganz Jüchen. Wer kurzfristig für sein Haus noch eine Jüchener Fahne oder für seine Straße noch einige Wimpelketten benötigt, ist bei ihnen genau richtig. Über die Kontaktmöglichkeiten der Homepage des BSHV www.bshv-juechen.de kann jeder Interessierte seine Bestellung für Fahnen und Wimpelketten aufgeben oder sich darüber informieren lassen.


Die höchsten Fahnenmasten des Jüchener Schützenfestes befinden sich auf den Galerien des Jakobus-Kirchturmes. Seit vielen Jahren waren dort fast akrobatische Künste gefragt, um die Jüchener Fahnen rechtzeitig zum Schützenfest in gut 45 Metern Höhe zu hissen. In den letzten Jahren haben die Männer des Gardezuges „Jööcher Boschte“ die Fahnen auf den Turm gebracht und dort gehisst. Das werden sie auch in diesem Jahr wieder tun – doch es gibt Neuigkeiten: Eine Solinger Spezialfirma hat im Sommer vergangenen Jahres die veralteten Steck-Rohr-Konstruktionen gegen professionelle Fahnenstangen mit entsprechender Mechanik ausgetauscht. Jakobus-Küster Dirk Wendland, der die Erneuerung in die Wege geleitet hatte, ist froh darum: „Das macht die ganze Sache wesentlich einfacher – und vor allem viel sicherer!“ So wird das Kirchturmfahnen-Hissen in diesem Jahr zu einem regelrechten Kinder-spiel werden. Fahnentrupp-Führer Konrad Voigt von den „Jööcher Boschte“: „Wir freuen uns schon auf diesen Job – denn der Blick von dort oben ist vor allem bei gutem Wetter absolut einzigartig!“


Seit acht Jahren gibt es wieder eine Festschrift zum Jüchener Schützenfest. Die „Schützen-Postille“ wurde Mitte Mai vor dem Schützenfest ausgeliefert und kostenlos an alle Jüchener Haushalte verteilt. Zudem liegt sie in den Jüchener Geschäften zur Mitnahme aus. Marc Lon-yai, bei dem die Fäden zusammenlaufen merkt nicht ohne Stolz an: „Sogar die Corona-Zeit hatte damals das Erscheinen zumindest eines „Postillchens“ nicht verhindert!“ Das Redaktionsteam um Marc Lonyai und „Werbechef“ Niklas Deußen hat wieder ein lesenswertes, durch-weg farbiges Heft von 84 Seiten zusammengestellt. Präsident Thomas Lindgens ist überzeugt davon, dass die „Schützen-Postille“ ankommt: „Ich darf ohne Übertreibung sagen, dass das Redaktionsteam wieder ganze Arbeit geleistet hat. Die Jüchener Bürgerinnen und Bürger dürfen sich auf eine kurzweilige Ausgabe mit allen Informationen rund um unser Schützenfest freuen!“ Unterstützt vom Jüchener Designer Nils Bosshammer und seiner Agentur sei das Thema „Festbuch“ in neue, sehenswerte Dimensionen geführt worden. Da gibt es neben Blicken hinter die Kulissen des großen Schützenfestes auch zahlreiche Artikel und Dokumente, die sich etwa mit der Geschichte oder diversen Vereinen Jüchens beschäftigen. Kein Wunder, dass Exemplare der „Schützen-Postille“ jährlich auch von der Deutschen National-Bibliothek, dem Bundes- und dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen angefordert werden.

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